Alfred Maydorns tägliche Analyse – klar, konkret, kontrovers

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DAX, der kranke Patient –  nur 5 Aktien ein Kauf, aber 9 mal „Verkaufen“

Dienstag, 20.02.2018

Alfred Maydorn, Chefredakteur

 

Liebe Leser,

der weltweit größte Hedegefonds Bridgewater wettet auf Kursverluste beim DAX, genauer gesagt auf Verluste bei 13 der 30 DAX-Werte. Und das nicht mit ein wenig Spielgeld, sondern Bridgewater spekuliert mit stolzen sechs Milliarden Euro auf fallende Kurse bei deutschen Standardwerten. Und von der jüngsten Erholung haben sich die Hedgefonds-Manager auch nicht sonderlich beeindrucken lassen, sie haben ihre Positionen zuletzt sogar noch aufgestockt.

 

Dow Jones hängt DAX klar ab

Tatsächlich hat sich die DAX-Erholung ja auch in sehr engen Grenzen gehalten. Im Vergleich zu seinem am 9. Februar erreichten Ausverkaufstief bei 12.003 Punkten hat der DAX gerade einmal gut 400 Punkte oder umgerechnet 3,3 Prozent zugelegt. Damit hat der DAX nur ein Viertel der Korrektur wieder aufgeholt. Zum Vergleich: Der Dow Jones ist vom Korrekturtief schon um acht Prozent gestiegen und hat schon fast 60 Prozent der Korrekturbewegung wieder gut gemacht, beim Nasdaq sind es sogar schon 80 Prozent.

 

DAX (rot), Dow Jones (blau), 3 Monate

Der DAX ist erst weniger stark gestiegen als der Dow Jones, hat dann mehr verloren und sich danach kaum erholt - ein echtes Trauerspiel. Während der Dow Jones in den zurückliegenden 3 Monaten um fast acht Prozent zugelegt hat, notiert der DAX gut vier Prozent biedriger.

 

Man muss nicht lange drum herumreden: In Korrekturphasen zeigt sich die wahre Stärke einer Aktie oder eines Marktes – und beim DAX war und ist von Stärke nichts zu sehen. Im Gegenteil: Wenn es nach unten geht, verliert der deutsche Leitindex sogar überproportional, Erholungsphasen lässt er indes weitestgehend aus. Da muss man sich nicht wundern, wenn sich Leerverkäufer derart schwache Aktien als Ziel für ihre Shortspekulationen aussuchen.

 

Zu wenig gute Aktien

Warum ist der DAX so schwach? Was ist faul am deutschen Leitindex, der doch mit einem KGV von 13 so attraktiv bewertet scheint? Ganz einfach, es sind einfach zu viele schwache Aktien im DAX. Aktien von Unternehmen, denen es einfach an Perspektive fehlt.

 

Ich habe gerade selbst einen kleinen Test gemacht. Ich bin die 30 DAX-Werte durchgegangen und habe bei jeder einzelnen Aktie entschieden, ob ich positiv, negativ oder neutral eingestellt bin. Das Ergebnis ist fast schon ernüchternd. Zu lediglich 4 der 30 DAX-Werte habe ich eine positive Einschätzung, aber 9 bewerte ich negativ, also fast ein Drittel. Zu meinen persönlichen DAX-Losern zählen die drei Auto-Werte, die beiden Versorger, Vonovia, die Telekom, ProSiebenSat.1 und natürlich die Deutsche Bank. Kaufen würde ich lediglich die Aktien der Commerzbank, der Allianz und die der beiden Technologiewerte Infineon und SAP, wobei ich von letzterer auch nicht mehr so recht überzeugt bin.

 

Raus aus dem DAX!

So richtig kaufenswert ist aber meiner Einschätzung nach nur die Aktie von Infineon, hier sehr ich noch erhebliches Potenzial, hinzu kommt eine ordentliche Portion Übernahmefantasie. Ansonsten kann ich nur raten, um die meisten DAX-Werte einen großen Bogen zu machen und auch DAX-Zertifikate eher zu meiden. Und immer daran denken: Man kann – und sollte – sein Geld auch in ausländische Werte investieren. Von den fünf Einzelaktien des monatlichen Sparplans meiner Tochter kommt keine einzige aus Deutschland. Alle fünf sind übrigens US-Aktien. 

 

Viele Grüße und viel Erfolg,

Ihr Alfred Maydorn

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