Alfred Maydorns tägliche Analyse – klar, konkret, kontrovers

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Der DAX hat ein echtes Problem –

die falschen Aktien

Montag, 10.09.2018

Alfred Maydorn, Chefredakteur

 

Liebe Leser,

der DAX ist am vergangenen Freitag zeitweise weit unter die 12.000-Punkte-Marke gefallen und notiert auch zum Wochenauftakt unter dieser Marke. Er liegt aktuell über zwölf Prozent unter seinem zu Jahresbeginn erreichten Allzeithoch von knapp 13.600 Punkten.

 

Zwar haben zwar auch die US-Aktienmärkte leicht nachgegeben, aber selbst nach vier schwachen Tagen in Folge ist der Technologieindex Nasdaq gerade einmal drei Prozent vom erst Ende August erzielten Allzeithoch entfernt, beim S&P 500 sind es sogar nur 1,5 Prozent. Und selbst der Dow Jones, dessen Jahreshoch wie beim DAX auch vom Januar datiert, ist weniger als drei Prozent von seinen Höchstständen entfernt.

 

Was treibt den Dow Jones?

Während Nasdaq und S&P 500 vor allem von der starken Performance der schwer gewichteten Technologieaktien profitiert haben, sind es beim Dow Jones vor allem die beiden Indexschwergewichte Boeing und der Versicherungskonzern UnitedHealth Group, die den Index in diesem Jahr antreiben. Boeing ist dank seines hohen Aktienkurses mit gut neun Prozent im Dow Jones gewichtet. Die Aktie hat sich in diesem Jahr um fast 20 Prozent verteuert. UnitedHealth hat ein Dow-Jones-Gewicht von immerhin sieben Prozent und hat 2018 um 22 Prozent zugelegt. Und dann ist da natürlich noch Apple. Zwar ist der wertvollste Konzern der Welt im Dow Jones zwar nur der viertschwerste Wert (hinter Boeing, UnitedHealth und Goldman Sachs), aber die noch immer recht hohe Gewichtung von sechs Prozent gepaart mit dem Kursanstieg um gut 30 Prozent sorgen dann in Kombination doch noch für eine ordentliche Pluspunktzahl für den Index.

 

Was bremst den DAX?

Und was machen die DAX-Schwergewichte in diesem Jahr so? Entweder wie SAP (fast) nichts oder wie Bayer nichts als Kummer. SAP mit einer Gewichtung von rund zehn Prozent hat seit Jahresbeginn um acht Prozent zugelegt und ist damit einer der nur sechs Gewinneraktien im laufenden Jahr. Der Dow Jones zählt in diesem Jahr 16 Gewinner, also mehr als die Hälfte der enthaltenen Aktien. Und während der größte Dow-Verlierer, Procter & Gamble nur mit elf Prozent im Minus liegt, was angesichts einer Gewichtung von nur zwei Prozent kaum ins Gewicht fällt, ist eines der DAX-Schlusslichter mit einem satten Minus von 30 Prozent die Bayer AG, die auch nach den herben Kursverlusten mit einer Gewichtung von 8,3 Prozent noch immer zweitschwerster DAX-Wert ist.

 

UnitedHealth (blau) vs. Bayer (rot)

Während die Nummer 2 im Dow Jones in den letzten zwölf Monaten um 35 Prozent zugelegt hat, ist der zweitgrößte Wert im DAX um über 30 Proznet gefallen.

 

Banken sind größte Verlierer

Noch schlechter als Bayer waren in diesem Jahr nur noch die beiden Banken (Commerzbank minus 35 Prozent, Deutsche Bank minus 40 Prozent) und der Autozulieferer Continental mit einem Abschlag von 33 Prozent. Immerhin wird die Commerzbank ja nun bald vom Überflieger Wirecard ersetzt, wenngleich dieser Wechsel womöglich etwas sehr spät vollzogen wird. Aber beim DAX gibt es im Gegensatz zum Dow Jones nun mal sehr starre Regeln, was Indexveränderungen betrifft. Inwieweit Wirecard nach einem Kursanstieg von allein über 100 Prozent in diesem Jahr noch weitere Luft nach oben hat, wird sich zeigen.

 

Banken, Autos und Bayer – wenig Aussicht auf Besserung

Luft nach unten haben indes wohl noch die Autowerte, die im laufenden Jahr bisher wenig Freude machten und zusammengerechnet auf eine Gewichtung von gut elf Prozent kommen. Im Dow Jones gibt es keine einzige Autoaktie, die auf die Performance drücken könnte.

 

Schlecht laufende Banken, krisengeschüttelte Autowerte und der Monsanto-Kollaps bei Bayer – rund ein Drittel des DAX besteht aus Werten, die in diesem Jahr vollkommen zu Recht schwer unter Beschuss sind. Und an der Technologiefront gibt es nur SAP und Infineon, die sich in diesem Jahr auch eher schwertun. Es ist wirklich wenig überraschend, dass der DAX weitaus schlechter läuft als die US-Indizes. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich daran in absehbarer Zeit nichts ändern wird.


Viele Grüße und viel Erfolg,

Ihr Alfred Maydorn

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