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Widerwillige Käufer und 445 Euro für eine Allianz-Aktie

Donnerstag, 02.03.2017

Alfred Maydorn, Chefredakteur

 

Liebe Leser,

gefühlt ist es erst ein paar Tage her, dass der Dow Jones die Marke von 20.000 Punkten geknackt hat, gestern war dann schon die 21.000 dran. Mit einem 300-Punkte-Kursfeuerwerk hat der Dow am Mittwoch mal wieder (fast) alle auf dem falschen Fuß erwischt. Denn wie bei jedem der größeren Ereignisse der vergangenen Monate hatten sich auch vor der lang erwarteten Rede von Donald Trump im US-Kongress mal wieder die meisten Anleger auf fallende Kurse eingestellt und entsprechend positioniert. Und wieder lagen sie schief und mussten ihre Short-Positionen auflösen, was sicherlich einen großen Teil des gestrigen Anstiegs ausgemacht hat.

 

Und auch die „normalen“ Anleger, die nicht damit beschäftigt waren, ihre Shortpositionen mit Verlust zu schließen, waren irgendwie nicht richtig glücklich. Viele hatten eigentlich geplant, einen Rücksetzer an den Märkten für Käufe zu nutzen. Hat – mal wieder – nicht funktioniert. Ein Trader an der Wall Street brachte die aktuelle Situation ganz gut auf den Punkt, als er die von „widerwilligen“ Aktienkäufern sprach. Von Euphorie sei nichts zu spüren, was in Anbetracht der nun schon lange andauernden Rallye wirklich ungewöhnlich ist. Aber fehlende Euphorie und Widerwille sind genau die Schlagworte, die eine Fortsetzung der laufenden Rallye sehr wahrscheinlich machen.

 

DAX abgehängt

Der DAX hinkt dem Dow Jones noch immer klar hinterher, auch wenn gestern zumindest wieder die Marke von 12.000 Punkten zurückerobert wurde. Vom Allzeithoch aus dem April 2015 ist der DAX noch immer gut 300 Punkte entfernt. Zum Vergleich: Der Dow Jones notiert satte 3.000 Punkte höher als im April 2015.

 

Einer der Gründe vergleichsweise schwache Entwicklung bei DAX ist die recht zähe Entwicklung vieler Indexschwergewichte. Während im Dow Jones das Index-Dickschiff Goldman Sachs (8,2 Prozent Gewichtung) gestern auf ein neues Rekordhoch gestiegen ist und allein in den vergangenen sechs Monaten um rund 70 Prozent zugelegt hat, ist beispielsweise die Allianz mit einer DAX-Gewichtung von 7,7 Prozent geradezu Lichtjahre vom Allzeithoch entfernt. Denn das lag – man mag es kaum glauben – bei 445 Euro und wurde im Frühjahr des Jahres 2000 erreicht, also vor 17 Jahren.

 

Allianz, in EuroAllianz.JPG

 

Allianz 400 Euro?

Kann die Allianz wieder auf über 400 Euro steigen? Und wo stünde dann der DAX? Zur Frage 1: Möglich ist natürlich alles, aber man muss wissen, dass es mittlerweile fast doppelt so viele Aktien gibt wie damals. Darum macht es mehr Sinn, sich die Marktkapitalisierung der Allianz im Jahr 2000 anzusehen und sie mit der heutigen zu vergleichen. Damals waren es in der Spitze 109,5 Milliarden Euro, heute kommt die Allianz auf 76,6 Milliarden. Um also die Top-Bewertung des Jahres 2000 wieder zu erreichen müsste sich die Bewertung um 43 Prozent erhöhen, sprich die Aktie um 43 Prozent zulegen.

 

Aber wenn man bedenkt, dass die Allianz im Jahr 2015 mit 1,7 Milliarden Euro mehr als doppelt so viel verdient hat wie im Jahr 2000, dann sollte eine mit damals vergleichbare Bewertung durchaus drin sein – auch unter Berücksichtigung des damaligen „Euphorieaufschlages“. Rechnet man also auf den aktuellen Kurs von 167,50 Euro die 43 Prozent drauf, dann kommt man auf 239,50 Euro. Ein schönes Kursziel, wie ich finde.

 

Sollte die Aktie tatsächlich dieses Niveau erreichen, dann hätte das nicht unerhebliche Auswirkungen auf den DAX. Denn der würde allen durch diesen Anstieg der Allianz-Aktie um 3,3 Prozent zulegen, also um fast 400 Punkte.

 

Allianz? Kaufen!

Lange Rechnung, kurzer Sinn: Die Allianz-Aktie ist und bleibt für mich ein klarer Kauf, auch wenn sie nicht auf 239,50 Euro sondern „nur“ auf 200 Euro steigt. Nicht zu vergessen die Dividendenrendite von 4,7 Prozent. Und was den DAX betrifft, bin ich zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr noch um weitaus mehr als 400 Punkte zulegen können – das muss ja die Allianz-Aktie nicht alleine schultern, auch viele der anderen 29 DAX-Werte haben noch ordentlich Luft nach oben.


Viele Grüße und viel Erfolg,

Ihr Alfred Maydorn

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